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Themen
Zukunftsperspektiven urbaner Mobilität



Zu den Zukunftsperspektiven von Städten und Mobilität

Die kommenden Jahrzehnte lassen schwierige Zeiten für die europäischen Städte erwarten. Die Belastungen, denen die städtischen Gesellschaften durch die fortschreitende Globalisierung ausgesetzt sind, dürften an Umfang und Intensität weiter zunehmen. Die Frage, wie lange und in welchem Umfang die soziale Sicherung der Städte noch finanziert werden kann, steht unbeantwortet im Raum. Die häufig fehlende politische Zusage, soziale Sicherheit unbedingt gewährleisten zu wollen, leistet pessimistischen Zukunftseinschätzungen weiter Vorschub. Städte sind daher wohl gut beraten, wenn sie sich geradezu radikal um die Effizienzsteigerung ihrer zentralen Grunddaseinsfunktionen bemühen, um sich auf diese Weise ökonomisch etwas mehr Spielraum zu verschaffen. Der Verkehrssektor der Städte ist für eine solche Effizienzsteigerung ein besonders wichtiges Handlungsfeld. Der Stadtverkehr ist durch eine veraltete Kfz-Priorisierungspolitik hochgradig ineffektiv geworden und nun stark modernisierungsbedürftig. Eine drastische Minderung der Rolle des Kfz scheint für eine Modernisierung unvermeidbar.

Gerade aber in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels, in denen die Bürger ohnehin bereits von massiven Verlustängsten geplagt sind, kann man nicht einfach "von oben herab" verbieten, was über Jahrzehnte hinweg als Symbol von Freiheit, Stärke und Eigenbestimmung präsentiert wurde: das Auto. Autofahrer haben häufig eine intensive, emotionale Bindung an ihr Gefährt entwickelt, dies unterdrückt rationale Abwägungen zur Kfz-Nutzung nachhaltig.

Dennoch bleibt wohl keine andere Wahl, als eine Minderung des städtischen Kfz-Verkehrs sinnvoll in Angriff zu nehmen. Je länger eine Relativierung der Kfz-Bedeutung (politisch) aufgeschoben wird, desto abrupter und kostenaufwendiger wird dieser verzögerte Wandel dann wohl in späteren Jahren ablaufen müssen.

Die bisherige Erfolglosigkeit von Verkehrs-Minderungsansätzen zeigt, dass es für die Zukunft eines wesentlich umfassenderen Ansatzes bedarf. Soll ein nachhaltiger Verhaltens- und Wertewandel erfolgreich eingeleitet werden, so kann dies wohl nur unter Berücksichtigung und aktiver Einbeziehung von Emotionen geschehen.

Ein hierfür geeigneter Lösungsansatz scheint in einem progressiven Befindlichkeitsmarketing zu bestehen, welches neben rationaler Überzeugungskraft vor allem auch neue, attraktive Zukunftsperspektiven für Lebensstil und Lebensqualität aufzeigt und hierbei den emotionalen Bedürfnissen moderne Befriedigungsmöglichkeiten anbietet. Das Ziel eines solchen umfassenden Ansatzes zur Zukunft der städtischen Mobilität ist die "Freiheit vom Zwang zum Autofahren" (vgl. Knoflacher, 1993).

Die zukünftigen Chancen zur Realisierung moderner Stadtverkehrskonzepte hängen also wesentlich davon ab, ob rationale Erkenntnisse erfolgreich mit Emotionen verknüpft werden. Der Bürger muss zu sinnvollem Wandel verführt werden. Gelingt diese Überzeugungsleistung, so werden wohl auch "revolutionäre" Verkehrsplanungskonzepte von bislang noch desinteressierten Bürgern plötzlich als "moralisch berechtigt" und "richtig" empfunden werden können. Die Erfolgschancen ökologischer Verkehrsplanung nehmen in diesem Falle deutlich zu.



progressives Befindlichkeitsmarketing


Es bleibt wohl keine andere Wahl, als eine sinnvolle Minderung des städtischen Kfz-Verkehrs in Angriff zu nehmen. Je länger eine Relativierung der Kfz-Bedeutung (politisch) aufgeschoben wird, desto abrupter und kostenaufwendiger wird dieser verzögerte Wandel dann wohl in späteren Jahren ablaufen müssen.

Die bisherige Erfolglosigkeit von Verkehrs-Minderungsansätzen zeigt, dass es für die Zukunft eines wesentlich umfassenderen Ansatzes bedarf. Soll ein nachhaltiger Verhaltens- und Wertewandel erfolgreich eingeleitet werden, so kann dies wohl nur unter Berücksichtigung und aktiver Einbeziehung von Emotionen geschehen.

Ein hierfür geeigneter Lösungsansatz scheint in einem progressiven Befindlichkeitsmarketing zu bestehen, welches neben rationaler Überzeugungskraft vor allem auch neue, attraktive Zukunftsperspektiven für Lebensstil und Lebensqualität aufzeigt und hierbei den emotionalen Bedürfnissen moderne Befriedigungsmöglichkeiten anbietet. Das Ziel eines solchen umfassenden Ansatzes zur Zukunft der städtischen Mobilität ist die "Freiheit vom Zwang zum Autofahren" (vgl. Knoflacher, 1993).

Die zukünftigen Chancen zur Realisierung moderner Stadtverkehrskonzepte hängen also wesentlich davon ab, ob rationale Erkenntnisse erfolgreich mit Emotionen verknüpft werden. Der Bürger muss zu sinnvollem Wandel verführt werden. Gelingt diese Überzeugungsleistung, so werden wohl auch "revolutionäre" Verkehrsplanungskonzepte von bislang noch desinteressierten Bürgern plötzlich als "moralisch berechtigt" und "richtig" empfunden werden können. Die Erfolgschancen ökologischer Verkehrsplanung nehmen in diesem Falle deutlich zu.


Interventionsstrategien

relevante emotionale Faktoren des Mobilitätsverhaltens nutzen

Ob psychologisch geprägte Interventionsstrategien zur Mobilitätsgestaltung in Zukunft tatsächlich zum Einsatz kommen werden, kann aus heutiger Sicht schwer beantwortet werden. Obwohl derzeit nur wenige überzeugende Handlungsalternativen zu diesen Konzepten bestehen dürften, bedeutet dies nicht, dass sich Planer, Entscheidungsträger oder Bürgergruppen bereits aus diesem Grund schon dafür interessieren würden, solche Programme auch zu beginnen. Mögen die Erfolgsaussichten von Interventionsprogrammen auch relativ groß erscheinen, bequemer scheint es für die nächsten Jahre meist immer noch, belastendes Gefahrenwissen zu verdrängen, notwendige Handlungen aufzuschieben und auf diese Weise viele altgewohnte Werte möglichst unangetastet zu lassen.

Wenn dagegen durch effektive Interventionskonzepte die relevanten emotionalen Faktoren des Mobilitätsverhaltens zukünftig zweckmäßiger berücksichtigt werden, dann kann man der nachhaltigen Modernisierung der Mobilität in Städten wohl ein erhebliches Stück näher kommen.

Rationalität und Emotionen - gemeinsam bestimmen sie die Zukunft der Städte. Ist dieses Zusammenwirken unkoordiniert, dann bleibt die Verwirklichung moderner Konzepte eher dem Zufall überlassen oder ist der einseitigen Einflussnahme durch diverse Interessengruppen ausgesetzt. Sind Emotion und Ratio jedoch planvoll verknüpft, dann werden nachhaltige Erfolge besser und schneller erzielt.
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Paris Fußgängerpassage Louvre
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Düsseldorf Flughafen
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bitte nicht hinsetzen ...
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Leipzig
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berlin
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Shanghai Stadtautobahn
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Frankfurt
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Prais
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Transrapid Bahnhof Longyang, Shanghai
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