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Themen
Carsharing



Abstract

Vor- und Nachteile des Konzeptes im Überblick

Für „Carsharing“ kann gelten:

Vorteile:

  • kann für Nischenfunktionen (z.B. genossenschaftliches Klein-Lkw-Sharing) sinnvoll sein;

Nachteile:

  • unterschätzt die Bedeutung der Pep!-Nachfrage als Motiv für Kfz-Besitz;
  • idealisiert die rationale Entscheidungsbereitschaft der Verkehrsteilnehmer;
  • hat nur ein kleines Teilnehmerpotential; unterliegt qualitativ in der Konkurrenz gegen etablierte Autoverleiher;
  • kann Nutzungs-Folgekonflikte und persönliche Konfrontationen zwischen Mitgliedern auslösen;
  • verlangt Gewinnorientierung wegen Betriebs- wirtschaftlichkeits-Zwang;
  • droht als "Zweitwagen-Option" genutzt zu werden, mit entsprechenden ökologischen Folgen;
  • ist unbequem, wenn Verteilstation nicht in unmittelbarer Nähe liegt;
  • droht eine Kfz-Fixierung weiter zu begünstigen, je erfolgreicher es wird;
  • irritiert den Betrachter durch ideologische Fremdheit.

verkehrsplanerische Qualität:

  • wenig geeignet (Nischenfunktion)

psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):

  • schwach für Kfz;
  • schwach für Rad;
  • schwach für ÖPNV.


Fazit aus einer Sicht der Geographischen Verkehrs- und Stadtforschung:

Carsharing ist als Konzept insgesamt wenig geeignet, um für Städte eine schnelle und umfassende Verbesserung des Verkehrssektors zu erreichen. Im Vergleich mit Mietwagenangeboten großer Verleihfirmen verliert Carsharing den Wettbewerb um Kunden aus Gründen von Fahrzeugqualität, Sauberkeit und Verfügbarkeit. Carsharing kann daher allenfalls für (spezialisierte) Nischenfunktionen sinnvoll sein.

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