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Themen
Kooperatives Verkehrsmanagement

Abstract

Vor- und Nachteile des Konzeptes im Überblick

Für „Kooperatives Verkehrsmanagement“ kann gelten:

Vorteile:

  • planungs- und investitionsintensiv,
  • sichert Arbeitsplätze vieler Ingenieurbüros und Infrastrukturersteller.

Nachteile:

  • ineffektiv;
  • ineffizient, betriebswirtschaftlich defizitär;
  • versicherungsrechtliches Risiko (Haftungsfrage);
  • vermindert Transportflexibilität durch die infrastrukturelle Festschreibung einer Kfz-Priorisierung;
  • degradiert den ÖPNV zu einem Transportmittel für den Notfall ("Überlauf-Ventil"), das die überschüssigen Verkehrsmengen abschöpfen soll;
  • basiert auf einer irrationalen Kfz-Fixierung; widerspricht langfristig wichtigen Pep!-Nachfragen der Autofahrer;
  • ist bei GSM / Telematik-Einsatz bedenklich, da der Datenschutz kaum gewährleistet werden kann;
  • erscheint widersprüchlich bezüglich des vorgeblichen und des faktischen Planungsinteresses;
  • vermehrt die Umweltschädigung;
  • es werden nur Symptome der Verkehrsprobleme betrachtet. Eine Ursachenanalyse unterbleibt;
  • ist teuer in der Erstellung der Infrastruktur, im Unterhalt, auf Dauer subventionsbedürftig und daher auch volkswirtschaftlich wenig sinnvoll;
  • begünstigt ein Zerfließen der Städte (Urban Sprawl) und verhindert effektivere Siedlungsstrukturen.

verkehrsplanerische Qualität:

  • konventionelle Systeme sind konzeptionell veraltet, schädlich für Städte
  • telematik-basierte Systeme (Satellit, GSM,...) sind bisher weder ausgereift noch überzeugend.

psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):

  • schwach für Kfz-Fahrer;
  • schwach für Rad und Fußgänger;
  • schwach für ÖPNV-Nutzer

Im Rahmen dieser Internet-Darstellung werden zum Thema der telematik-basierten Leitsysteme keine detaillierten Ausführungen benannt, da sich dies evtl. zum Nachteil für die Handlungs- und Verhandlungsstrategien progressiver Kommunen auswirken könnte. Diese Diskussion kann derzeit sinnvoll nur im Fachgespräch z. B. mit kommunalen Entscheidungsträgern oder an Hochschulen erfolgsorientiert geführt werden.



Fazit aus einer Sicht der Geographischen Stadt- und Verkehrsforschung:

Kooperatives Verkehrsmanagement ist grundsätzlich wenig geeignet, die Transportprobleme in Städten zu bewältigen. Es hat das Potential besonderer Erfolglosigkeit bei hohem Aufwand.

Zu telematik-basierten Kfz-Verkehrsmanagement-Systemen sind eine Reihe von Entwicklungen zu betrachten. Es sind relevante Einzelfallentscheidungen zu treffen, die teilweise enorme finanzielle Einsparungen (oder Teuerungen) auslösen. Der wissenschaftliche, objektive Beratungsbedarf der Kommunen zu diesem Thema ist erheblich – und dennoch zumeist unerkannt.

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