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Themen
Park and Ride (P&R)

Abstract

Vor- und Nachteile des Konzeptes im Überblick

Bei geeigneter Konzeption ist für P&R charakteristisch:

Vorteile:

  • bequem für eine relative kleine Minderheit (eher kfz-orientierter) Nutzer;
  • politisch populär,
  • medienwirksam vorzeigbar,
  • scheinbar positiv für sogenanntes „sustainable development“.

Nachteile:

  • teuer in der Erstellung;
  • teuer im Unterhalt;
  • über Parkgebühren nur ins Ausnahmefällen kostendeckend, ansonsten meist unwirtschaftlich;
  • häufig auf erhebliche Subventionen angewiesen;
  • verbrauchen städtebaulich besonders wertvolle Flächen in Bahnhofsnähe;
  • behindern infrastrukturelle Verdichtung und Urbanität;
  • begünstigen fortschreitende Kfz-Fixierung; fördern das Zerfließen der Stadt (Urban Sprawl);
  • verhindern effizientere Siedlungsstrukturen;
  • widersprechen den psychischen Interessen der Kfz-Nutzer und finden daher relativ wenig Akzeptanz;
  • sind unbeliebt wegen Anfälligkeit für Gewaltdelikte.

verkehrsplanerische Qualität:

aus volkswirtschaftliche Perspektive:

  • nicht geeignet, häufig eher schädlich.

aus betriebswirtschaftlicher Perspektive:

  • geeignet für P&R-Betreiber,
  • wenig relevant für ÖV-Betreiber,
  • wenig relevant für Kfz-Branche.

psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):

  • schwach für Kfz-Fahrer;
  • schwach für Radfahrer und Fußgänger;
  • schwach für ÖPNV-Nutzer.


Fazit aus einer Sicht der Geographischen Verkehrs- und Stadtforschung:

Entgegen der etablierten öffentlichen Meinung erbringt Park & Ride kaum nachhaltig positive Wirkungen für Ballungsräume. Park & Ride erscheint insgesamt ungeeignet für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik.

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Münster: Bike & Ride
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Dresden
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Berlin Lehrter Bahnhof
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