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Kyoto - eine Kurzdarstellung


Von dicht bewaldeten Bergketten umgeben, ruht Kyoto in würdevoller Distanz zum geschäftigen Treiben Osakas. Recht ruhig und beschaulich wirkt es auf den Besucher, der zuvor Stress und Hektik anderer japanischer Großstädte kennengelernt hat.

Im Jahr 794 gegründet, stieg die Stadt schnell zum Machtzentrum der Heian-Zeit auf und wurde zum beherrschenden wirtschaftlichen Magneten, der Kulturschaffende und Künstler unwiderstehlich anzog. Teezeremonie, Ikebana, No und Kabuki erreichten in Kyoto ihren großen Durchbruch, die Seidenweberei und Seidenmalerei, die Fächer- und Lackkunst, die Keramik- und Porzellankunst, das Puppen- und Papierhandwerk hatten hier ihre Blüte und prägen bis heute noch mancherorts das kulturelle Leben in der Stadt.

Von den etwa 2000 buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen, die im Laufe der Jahrhunderte in Kyoto errichtet wurden, sind nahezu alle erhalten, sodass es heute noch möglich ist, eineinhalb Jahrtausende japanischer Geschichte greifbar zu erleben.

Dennoch ist Kyoto heute auch eine typische japanische Großstadt, die von den städtbaulichen Sünden vergangener Jahre schwer gezeichnet ist - allen Verletzungen voran hierbei der traufhöhensprengende Neubau des Kyoto Hotel und der monströs geratene, neue Shinkansenbahnhof im Süden der Stadt.

Kyoto lebt heute von seinem Image aus vergangener Zeit: Die Modernisierung der japanischen Gesellschaft ging einher mit einer relativen Geringschätzung des kulturellen Erbes abseits der Tempel und Burgen. Besonders die alte Stadtstruktur (machinami) und die damit verbunden Nachbarschaftsbeziehungen, die ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und gesellschaftlicher Stabilität erzeugten, sind längst Vergangenheit.

Besucher der Stadt sind zunächst vom Schock einer Betonwüste in der Umgebung des Kyoto Bahnhofs (Shinkansen) betroffen, bevor sich die verbliebene Schönheit der Stadt vor allem an ihren hügelnahen Rändern wieder erschließt.

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Photos zu Kyoto demnächst hier..... (work in progress)
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