Wohnen ohne Kfz



Abstract

Vor- und Nachteile des Konzeptes im Überblick


Bei geeigneter Konzeption ist für "Wohnen ohne Auto“ charakteristisch:

Vorteile:

  • begünstigt Zukunftstechnologien (Solar-, Bio-, Niedrigenergie-Hausbau);
  • begünstigt Zugänglichkeit und Erreichbarkeit mit Fahrrad und zu Fuß;
  • vermindert ökologische Schädigung;
  • kann Lebensqualität und Kommunikationschancen steigern;
  • braucht intensive ÖPNV-Anbindung;
  • Pilotprojekte sind für Interessierte praktisch erfahrbar, erlebbar.


Nachteile:

  • ignoriert die Bedeutung der Pep!-Nachfrage als Motive für Kfz-Besitz;
  • alternative Erfüllungsmöglichkeiten für Pep!-Nachfragen entstehen bisher mehr zufällig denn geplant;
  • hat bisher ein kleines Interessentenpotential;
  • braucht aufwendige Vorplanung;
    verlangt öffentliche Mittel zur Anschub-Finanzierung, da Kapitalrenditen nicht primäres Interesse sind;
  • unbequem ohne Carsharing oder dezentraler Mietwagenverleih.


verkehrsplanerische Qualität:

  • nur teilweise geeignet, nur in Teilen realistisch.

psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):

  • schwach für Kfz-Fahrer
  • mittel für Radfahrer (und Fußgänger)
  • stark für ÖPNV-Nutzer.


Fazit aus einer Sicht der Geographischen Verkehrs- und Stadtforschung:

"Wohnen ohne Auto" kann langfristig ein relativ interessantes Konzept werden, insbesondere wenn es gelingt, ökologische Zukunftstechnologien, Werbung und Autoverleihfirmen zu integrieren. Voraussetzung ist ein über das rein betriebliche Optimum hinaus maximierter, kundenorientierter Öffentlicher Verkehr. Für einen schnellen Wandel des Verkehrsgeschehens ist das Konzept nicht geeignet.

Das Konzept der „Stadt der kurzen Wege“ ist eine idealistische Vorstellung, die nur durch allgemein dichtere Siedlungsstrukturen noch teilweise erreicht werden kann. Im konkreten Einzelfall ist dieses Konzept dagegen nicht umsetzbar, da die Flexibilisierungszwänge die Bürger zu Anpassungsleistungen zwingen, die eine konsequente Orientierung auf „Kurze Wege“ unrealistisch werden lassen.

Die lokale Zusammenführung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit ist für die Mehrzahl der „abhängig Beschäftigten“ eine schöne Utopie, die städtebaulich kaum je verwirklicht werden kann.

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Fußgänger auf Litfasssäule, Düsseldorf
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Paris: Sonntags-Sperrung der Seine-Stadtautobahn
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Berlin: Shopping Mall
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München Rindermarktbrunnen