Parklizenzierung

Abstract

Vor- und Nachteile des Konzeptes im Überblick

Für „Parklizenzierung“ kann als charakteristisch gelten:

Vorteile:
  • gilt als ökologisch, weil schadstoffmindernd durch Reduzierung des Kfz-Verkehrsaufkommens;
  • verringert die Nutzung des Kfz auf wesentliche, unverzichtbare Fahrten;
  • ist sozial gerecht: Alle Bürger sind gleichermaßen betroffen;
  • bringt den Anwohnern unmittelbare, spürbare Vorteile;
  • fordert eine Unterscheidung zwischen notwendigen und substituierbaren Kfz-Verkehren;
  • ist progressiv, entspricht dem sogenannten „sustainable development“;
  • fördert das Viertel als wichtigen städtischen Lebensraum und reduziert es nicht auf einen billigen Kfz-Stellplatz;
  • fördert die Entwicklung kleiner, stadtgerechter Kfz mit geringem Spritverbrauch und großem Transportraum;

Nachteile:
  • forciert zu Beginn der Lizenzierung den Ausbau privater Tiefgaragen;
  • führt zu massiven Widerständen der Autolobby (ideologische Widerstände) wegen "Verteufelung des Kfz";
  • führt anfangs zu Widerständen im Einzelhandel, der befürchtet, Kunden könnten ausbleiben, wenn (öffentliche!) Parkplätze wegfallen.

verkehrsplanerische Qualität:
  • gut geeignet
psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):
  • schwach für Kfz-Fahrer
  • mittel für Radfahrer (und Fußgänger)
  • schwach für ÖPNV-Nutzer.


Fazit aus einer Sicht der Geographischen Verkehrs- und Stadtforschung:

Parklizenzierung ist eine erfolgversprechende Strategie, wenn das gesamte Stadtgebiet erfasst wird. Sie kann besonders dann spürbare Erfolge bewirken, wenn sie mit anderen Maßnahmen (z.B. ÖPNV-Priorisierung, Tempo 30) kombiniert wird. Juristische Hindernisse lassen jedoch zur Zeit keine rasche Verwirklichung zu. Auch die Pep!-faktoren sind nur schwach berührt, sodaß das Thema insgesamt wenig attraktiv für die öffentliche Diskussion ist – es sei denn, der „eigene Parkplatz“ würde von der Maßnahme ‚bedroht’.
001910.jpg
Berlin Postdamer Platz
002490.jpg
Heidelberg
004133.JPG
Paris: Strafzettel für Falschparker
004646.jpg
München - wohl nicht ganz ernst gemeint...