Pep! - Abstract



Zur Relevanz psychosozialer Faktoren bei der Verkehrsmittelwahl


Die Suche nach Gelegenheiten zur Befriedigung psychosozialer Regulationsbedürfnisse löst - besonders in der Freizeit -  räumliche Mobilität aus. Dabei wird auch die Nuztung des gewählten Verkehrssystems bereits zum Bestandteil der Bedürfnisbefriedigung.

Verschiedene Verkehrssysteme bieten einem Nutzer je nach Situation auch unterschiedliche, verschieden attraktive Regulations-Gelegenheiten. Das Verkehrssystem Kfz kommt den psychosozialen Regulationsbedürfnissen derzeit meist am Besten entgegen und hat daher hohe Nutzungsattraktivität.

Pep! ist ein Sammelbegriff für diese mobilitätsrelevanten, psychosozialen (Regulations-) Faktoren, die mit der Nutzung von Verkehrssystemen (und -konzepten) verbunden sind. Der Begriff Pep! steht dabei für zwei zentrale Thesen:

  1. Emotionen beeinflussen das Mobilitätsverhalten stark.
  2. Erfolgreiche Einflussnahme auf Emotionen kann auch Mobilitätsausübung signifikant verändern.

Akzeptanz, Image und Nutzungshäufigkeit  von Verkehrssystemen steigen um so stärker,

  • je mehr emotional wirksame Regulationschancen einem Nutzer anboten werden,
  • je intensiver diese Regulationschancen im einzelnen sind,
  • je häufiger diese Regulationschancen in Anspruch genommen werden können.


Verkehrssysteme mit Pep! sind attraktiv für Kunden und werden bevorzugt genutzt, Systeme ohne Pep! sind dagegen relativ unattraktiv ("langweilig"). Der "Modal Split" in Städten kann wohl nur über Interventionsstrategien auf Basis von Pep!-Konzepten signifikant beeinflusst werden.

Verkehrsmittel und Verkehrskonzepte, welche den Bürgern attraktive Gelegenheiten bieten, ihre individuellen psychosozialen Bedürfnisse zu erfüllen („regulieren“), sind attraktiver und erfolgreicher als Konzepte (oder Verkehrsmittel), die nur funktional ausgelegt sind.