Stadt der kurzen Wege - Abstract
Siedlungsstrukturwandel

Aspekte des Konzeptes im Überblick:

Die Vorstellung, mittels besserer Siedlungsstrukturen ("Stadt der kurzen Wege")  auch zu effizienterer Mobilität in der Stadt zu gelangen, wird kurz- und mittelfristig nicht zu verwirklichen sein.
Dies liegt wohl vor allem daran, dass

  • die Siedlungsstrukturen weitgehend festgeschrieben sind;
  • die Siedlungsstrukturen durch die existierenden Autostraßen und die bestehenden radialen ÖPNV-Achsen weiter zementiert werden;
  • neue polyzentrische Strukturen erst bei erheblichem finanziellem und planerischem Einsatz erreichbar scheinen;
  • die bauliche Verdichtung einem Wunsch vieler Bürger nach "Wohnen im Grünen" häufig widerspricht.

Dennoch erscheint diese Orientierung sinnvoll, denn:

  • gute lokale Zugangsmöglichkeiten sind die Voraussetzung für Vermeidung unnötiger Verkehre;
  • Konzentration auf örtlichen Zugang ist wirtschaftlicher, ökologischer und humaner als fortwährende Mobilitätsforcierung;
  • die Zugangsmöglichkeiten zu erhöhen heißt, unnötige Mobilität zu vermindern, ohne Mobilität selbst pauschal verbieten zu müssen;
  • Zugänglichkeitsplanung begünstigt eine Stadtpolitik, welche die Partizipation der Bürger stärkt und braucht.

verkehrsplanerische Qualität:

geeignet, aber hoher Zeit- und Finanzbedarf

psychosoziales Regulationspotential ("Pep!"):

schwach für Kfz-Fahrer
stark für Fahrradfahrer (und Fußgänger)
stark für ÖPNV-Nutzer



Fazit aus einer Sicht der Geographischen Stadt- und Verkehrsforschung:

Die polyzentrische, kompakte Prägung der Siedlungsstruktur anzustreben, erscheint aus heutiger Perspektive sinnvoll. Ebenso kann eine verbesserte lokale Zugänglichkeit ("Stadt der kurzen Wege") als Voraussetzung für eine sinnvolle Minderung der Kfz-Bedeutung gelten.
Nachhaltige Erfolge können insgesamt bestenfalls langfristig erwartet werden.

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