Einige Anregungen für Besucher

Die Beschreibung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Kyotos, die weit über die Stadt verstreut liegen, folgt einem großen Rundweg, den man an allen Stellen leicht unterbrechen - und am nächsten Tag wieder aufnehmen - kann. Da nur wenige Ziele in erlaufbarer Entfernung zueinander stehen, sollten Sie sich gelegentlich ein Taxi gönnen, das vergleichsweise billig ist und außerhalb der Stoßzeiten große Zeitvorteile bringt. Die interessante Erfahrung "Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel in Japan" machen Sie  wohl sinnvoller in anderen japanischen Städten.

Nachdem man sich im Tourist Information Center (TIC) mit aktuellem Informations- und Kartenmaterial eingedeckt und vielleicht von der Besucheretage im obersten Stockwerk des 131m hohen Kyoto Tower aus einen ersten orientierenden Eindruck von der Stadt gewonnen hat, empfiehlt sich z.B. der Besuch des

*** Sanjusangendo (Buddhismus)
Dieser 1164 von der buddhistischen Tendai-Sekte gegründete Tempel beherbergt die wohl beeindruckendste Sammlung japanischer Kannon-Figuren. Auf einer Länge von knapp 120m stehen in zehn ansteigenden Reihen hintereinander insgesamt 1000 bunt lackierte und vergoldete Kannon-Statuen, die von 72 verschiedenen Meistern geschaffen wurden. Bei längerer Betrachtung gewinnt man immer wieder neue interessante Eindrücke, denn jede Figur hat ihr eigenes, typisches Gesicht.
Die auffälligste Statue ist die Tausendhändige Kannon, eine Darstellung der Göttin der Barmherzigkeit, die im Sanjusangendo verehrt wird. 1254, im stolzen Alter von 82 Jahren, hat Meister Tankei diese berühmte 3,3m hohe Holzschnitzarbeit vollendet. Ebenso wie alle kleineren Figuren besitzt diese Kannon aber nicht tatsächlich 1000 Hände, sondern 'lediglich' 42. Die 40 Extrahände, die diese Figur mehr hat als ein Mensch, sollen über die wundersame Fähigkeit verfügen, ein Lebewesen aus 25 verschiedenen Bedrängnissituationen retten zu können. 25 Situationen x 40 Extrahände = 1000. Tausend ist wiederum das Zahlensymbol der völligen Perfektion und der uneingeschränkten Liebe Kannons.

Vor dem Tempel finden mehrmals jährlich Bogenschuss-Wettbewerbe statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Einer Überlieferung zufolge hat ein Meister-Bogenschütze hier im Jahre 1696 innerhalb eines einzigen Tages über 13 000 Pfeile abgeschossen.

** Kyoto Nationalmuseum
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Kyoto Nationalmuseum von 1897, das eine wertvolle Sammlung religiöser Gebrauchskunst aus buddhistischen Tempeln und Shinto-Schreinen beherbergt. "Highlights aus der Japanischen Geschichte" - so könnte man diese Sammlung betiteln, die ihre Kunstwerke in chronologischer Reihenfolge präsentiert. Der Wandel der Stilformen, ihre Reifung und Blüte kann hier gut nachvollzogen werden. Wechselnde Sonderausstellungen widmen sich spezielleren Aspekten der Kunstgeschichte.

*** Kiyomizu-Tempel (Buddhismus)
Knapp 2km nordöstlich des Nationalmuseums ragt an der Flanke des Osthügels der massive, dunkle Komplex des Kiyomizu-Tempels in den Himmel. Die Gründung des buddhistischen Tempels geht auf die Heianzeit zurück. Da er jedoch mehrfach durch Brände zerstört wurde, datieren die heutigen Gebäude aus dem 16./17.Jh.

Berühmt wurde der Kiyomizu-Tempel durch seine kühne, einen Abhang von 50m überwindende Holzbalkenkonstruktion, die ohne die Verwendung eines einzigen Nagels auskommt. Die hohe Haupthalle, von deren Terrasse man einen wunderbaren Blick über ganz Kyoto hat, ist den Gottheiten Jizo und Bishamonten sowie einer elfköpfigen Kannon-Figur geweiht. Neben der Haupthalle steht der kleine Jishu-Liebes-Schrein. Manche Frau erhofft sich hier durch ausgeloste Orakelzettel einen göttlichen Fingerzeig bei der Freundes- und Partnerwahl.

Besonders im Frühjahr und Herbst ist die Anlage ein beliebtes Ausflugsziel für japanische Familien oder Schulklassen. Gegen den farbenfrohen Hintergrund der Blüten und Blätter hebt sich das schwarzbraune Holz des Tempels dann besonders imposant ab. Als ein typisches Bild für "Japan im Wandel der Zeit" könnte folgende Szene gelten: Vor dem Tempeltor steht auf einem hohen Masten eine solarbetriebene, elektromechanische Uhr, unter der schlicht mit orangefarbigen Kutten bekleidete Mönche Spendengelder sammeln - die Technologie der Zukunft im direkten Kontrast zu den überlieferten, jahrhundertealten Werten der Vertreter des Buddhismus.

Eine der zahlreichen Legenden über den Kiyomizu besagt, dass im Jahr 778 der Priester Enchin an diesem Ort, nahe einer kleinen Quelle, seine Einsiedelei mit einer Kapelle erbaute. Als der vermögende Fürst Tamuramaro während eines Jagdausflugs hier auf den Priester stieß, war er von dessen Frömmigkeit so beeindruckt, dass er ihm eine hohe Geldsumme spendete. Diese erlaubte den Bau des Tempels, der später nach dem frischen, klaren Wasser der Quelle "Tempel des Reinen Wassers" genannt wurde. Einen Mundvoll von diesem Wasser trinken bis heute Pilger wie auch Touristen, wenn sie vom Tempel Abschied nehmen.


* "Teapot Lane"
Vom Tempel aus hinunter in den Kiyomizu-Bezirk führt eine berühmte alte Ladenstraße, die wegen der vielen kleinen Geschäfte, in denen traditionelle Töpferei- und Porzellanprodukte angeboten werden, auch Teapot Lane genannt wird. Wer gut zu Fuß ist, läuft in einer knappen Stunde durch eine hübsche Wohngegend mit liebevoll gepflegten Gärten zum Yasaka-Schrein.

** Yasaka-Schrein
Im 9.Jh. war dieses dem Bruder der Sonnengöttin geweihte Schrein aus der Festung von Himeji nach Kyoto verlegt worden. Die heutigen Gebäude datieren jedoch wegen zahlreicher Zerstörungen aus dem Jahr 1654. Nicht nur seine Nähe zum Vergnügungsviertel Gion, sondern vor allem die leuchtend rote Bemalung, die in Stein gehauenen Löwen am hohen Eingangstor, die vielen bunten Papierlaternen und das saftige Grün der Bäume machen den Schrein zu einem gern besuchten heiteren Ort. Alljährlich Mitte Juli nimmt das religiöse Gion-Fest hier seinen Ausgang, ein buntes, heiteres Treiben, bei dem der Schrein dann vor lauter Besuchern aus allen Nähten zu platzen scheint.

Der Schrein ist auch beliebt wegen des an ihn angrenzenden Maruyama-Parks, eines Landschaftsgartens, der zur Zeit der Kirschblüte und bei herbstlicher Färbung der Blätter besonders stimmungsvoll ist. Mittags machen Büroangestellte hier ihre Brotzeit, Familien gehen spazieren und Kinder hüpfen fröhlich über die Kieswege. Abends werden die Bäume angestrahlt, dann sitzen Firmenkollegen in Gruppen zusammen, um heißen Reiswein und kühles Bier zu trinken.

**Chion-Tempel (Buddhismus)
Am Nordende des Parks liegt der Chion-Tempel, einer der größten Tempel Japans. Im Jahr 1234 wurde er von der buddhistischen Jodoshu-Sekte gegründet, die heutigen Gebäude stammen jedoch erst aus dem 17.Jh. Man betritt die Anlage durch das Sammon, das Haupttor, das mit seinen zwei Stockwerken stattliche 24m hoch ist und darum häufig als eindrucksvollstes aller japanischer Tempeltore bezeichnet wird.
Eine Besonderheit findet man im Korridor zwischen Haupt- und Versammlungshalle: Hier ist der Holzboden so konstruiert, dass er bei jedem Schritt einen hohen Ton erklingen lässt, der dem Gesang des Uguisu-Vogels gleichen soll. Versteckt zwischen einigen Bäumen hängt die größte Bronzeglocke Japans: sie ist 74t schwer, 5,5m hoch und 2,5m im Durchmesser. Beim Neujahrsfest wird ein massiver Holzbalken seitlich an die Glocke geschlagen, um sie zum Klingen zu bringen.

* Heian-Schrein (Shinto)
Zu Fuß etwa 15 Minuten vom Chion-Tempel entfernt, vorbei am Kyoto Zoo und dem Museum of Modern Art, liegt der Heian-Schrein, eine relativ neue Anlage (1895), die vor allem durch ihre ungewöhnliche Farbgebung auffällt: Greller orangeroter Lack überzieht die Holzkonstruktion der Schreingebäude. Die meisten Gebäude sind verkleinerte Nachbildungen des ersten Kaiserpalastes von Kyoto und imitieren den chinesischen Baustil der Heian-Zeit. Hinter den Gebäuden erstreckt sich ein schöner Landschaftsgarten, der berühmt ist für sein Meer aus rosa Kirschblüten. Zwei Feste bieten Gelegenheit zu besonderen Eindrücken: Das Jidai-Fest am 22.Oktober und das Schreinfest während der Kirschblüte am 15.April.

** Nanzenji (Buddhismus)
Etwa einen Kilometer nordöstlich des Chion-Tempels liegt etwas versteckt am Stadtrand Kyotos der 1293 gegründete Nanzenji-(Tempel).
 Im 13.Jh. war er der Wohnort des Kaisers Kameyama und ist heute das Hauptquartier der zen-buddhistischen Rinzai-Schule. Der Nanzenji präsentiert sich als baumreiche und großzügig angelegte Tempelanlage, in der noch 12 weitere alte Tempelgebäude stehen. Im Haupttempel schmücken wunderbare Vogel-Malereien bedeutender Künstler aus der Kano-Schule die Decke des 2. Stockwerks. Ein eindrucksvoller Zen-Landschaftsgarten grenzt an das Gebäude.

** "Philosophenweg"
Nördlich vom Nanzenji-Tempel beginnt der romantische
Philosophenweg, der sich vorbei an drei kleineren Tempelanlagen (*Eikan-do, Reikanji und Honen-in) bis hin zum Ginkakuji-Tempel schlängelt. Dieser etwa 30minütige erholsame Spaziergang unter Kirschbäumen entlang einem steingefassten, alten Kanal ist im April während der Kirschblüte und im Herbst, wenn der Momiji-Ahorn seine feuerroten Blätter über Wasser und Weg streut, besonders schön. Der Philosophenweg endet in unmittelbarer Nähe des Ginkakuji.

*** Ginkakuji - (Tempel, Buddhismus)
Der "Silberpavillion". Nach dem Tod des Shoguns Ashikaga Yoshima wurde dieser Landsitz (1482) in einen Zen-Tempel umgewandelt. Das Dach des zweistöckigen Pavillions wurde zwar nicht mehr wie vorgesehen mit Silber bedeckt, zumindest behielt der Tempel aber seinen verheißungsvollen Namen. Ein Steingarten (heller Kies) dient als ruhige Umgebung für Zen-Meditation. Die Form der Kiesfläche soll dem berühmten Westsee in im chinesischen Hangzhou nachempfunden sein. Der mitten aus dem glänzenden Kies aufsteigende Kegel stellt nach heutiger Deutung den Fuji-Vulkan dar.
Der Tempel ist recht beliebt bei der Bevölkerung Kyotos, weil sich auf dem Tempelgelände ein kleines Teehaus befindet, von dem des öfteren mit Stolz behauptet wird, es sei das älteste in ganz Japan.

*** Daitokuji
Der Daitokuji ist eine auffallend vielseitige Tempelanlage, bestehend aus sieben Hauptgebäuden in typischer Zen-Architektur und 23 (!) unabhängigen Nebentempeln. Im Daitokuji befinden sich zahlreiche Buddhastatuen, alte Schriftrollen, Malereien berühmter japanischer Meister und mehrere kunstvolle Tore. Der berühmteste Tempel der Anlage ist allerdings der **Daisen-in. Dieser besitzt einen äußerst beeindruckenden ***Zen-Steingarten, der häufig als der Höhepunkt der Zen-Gartenbaukunst bezeichnet wird. Der Garten überrascht besonders durch seine scheinbar zeitlose, stark abstrakte Gestaltung, die völlig vergessen lässt, dass der Tempel in der heutigen Form immerhin bis auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, trotz erheblicher Zerstörungen im 15.Jahrhundert. Die Gründung erfolgte durch die buddhistische Rinzai-Sekte im Jahr 1324.
Die vielseitige, detailreicheTempelanlage hinterläßt bei westlichen Besuchern häufig einen besonders starken, emotionalen Eindruck.

*** Kinkakuji-Tempel
Am Nordrand Kyotos gelegen, ist der "Goldpavillion" eines der meistphotographierten architektonischen Bauwerke Japans. Der Tempel liegt inmitten eines schönen Landschaftsgartens an einem verträumten See. Die Anlage gilt als besonders gelungenes Beispiel einer harmonischen Verbindung von Tempel-Architektur und Gartenbaukunst.

Der Shogun Achihaga Yochimitsu hatte den Tempel im 14. Jahrhundert errichtet und mit Blattgold beschlagen lassen. Im Jahr 1950 wurde der Pavillion durch einen Klosternovizen in Brand gesteckt und dabei fast völlig zerstört. Dies erhöhte den Ruhm der Tempelanlage, da sie nun zum tragischen Symbol des 'Untergangs des alten Japan' aufstieg. Im berühmten Roman "Der Tempelbrand" beschreibt Yukio Mishima diesen Brandstifter als einen vereinsamten Außenseiter im Tempel, der den Brand aus innerer Verzweiflung entzündet.
Mishima, einer der profiliertesten Autoren des rechtskonservativen Japan, beging 1970 demonstrativ Seppuku (Selbstmord durch Bauchschnitt), um damit seinen Protest gegen die Verwestlichung Japans zu unterstreichen.

Der Goldpavillion wurde 1955 in der ursprünglichen Form wiederhergestellt und ist für Japaner eine touristische Attraktion höchsten Ranges. Der Kinkakuji ist stets voller Besucher.

*** Ryoanji (Buddhismus, Zen)
Zwei Kilometer westlich des Kinkakuji liegt der Ryoanji. Der "Tempel des Drachenfriedens" (gegründet 1473) ist vor allem für seinen Steingarten berühmt. Dieser besteht aus einer großen Fläche fein gerechten Granitkieses.
15 Felsblöcke sind 'betont absichtslos' im hellen Kiesmeer angeordnet. Über die Bedeutung der Steinkomposition, die 1499 von Zen-meister Soami angelegt wurde, kursieren eine Reihe von Spekulationen, da die ursprüngliche Intention der Gartenbauer nicht überliefert ist.
So werden die Steinsetzungen (2-3-5-7) des Zengartens heute als Inseln im "Weltmeer" gedeutet, oder auch als "Tiger in einem Bergfluss".
Allerdings gibt es auch deutlich weitergehendere Interpretationen, z.B. dass die buddhistische Konzeption des "beduetungsleeren, aber nicht inhaltslosen Raumes" (Kiesmeer) durch den Einsatz weniger Akzente (Felsblöcke) verdeutlicht werden solle. Der Garten ist in dieser Sicht eine radikale Reduktion der Betrachtung auf zentrale Aussagen des buddhistischen Denkens.
Etwas respektlosere Deutungen behaupten, dass der Garten immer genau das darstelle, was der einzelne Betrachter in ihm sehen wolle.

Die Bilder vom Zengarten des Ryoanji prägen das Bild des alten Japan auch im Ausland. Der schöne Garten ist in Wirklichkeit erheblich kleiner, als er auf den meisten Photographien erscheint - dies ist der verzerrende Effekt der Weitwinkelobjektive.

* Nijo-Festung
Ein hoher Steinwall mit Wassergraben umgibt dieses Schloss, das vom Shogun Ieyasu 1603 erbaut wurde und ihm als Residenz diente.
Die Sicherheit des Shoguns war das oberste Kriterium bei der Planung der Anlage. In den Wohnzimmern des Shogun befinden sich daher kleine Geheimkammern für beschützende Samurai. Auch wurden Holzböden verlegt, die nicht betreten werden konnten, ohne laut zu knarren. So verrieten sich Besucher schon frühzeitig.
Die Nijo-Festung zeigt bis heute sehr anschaulich, mit welch raffinierten Mitteln sich die Verteidiger vor eventuellen Angreifern zu schützen versuchten.

*** Kaiserpalast
Etwa einen Kilometer entfernt von der Nijo-Festung entfernt befindet sich der Kaiserpalast. Erst 1790 an seine heutige Stelle verlegt, besteht er aus 18 Gebäuden und einem bemerkenswerten Landschaftsgarten. Mehrfach durch Brand zerstört, wurden die Gebäude 1855 nach alten Plänen wieder aufgebaut.

Der Palast gilt als ein wichtiges Symbol Japans und wird ständig schwer bewacht. Am Geburtstag des (1989 verstorbenen) Kaisers Hirohito und an wichtigen Nationalfeiertagen wird der Palast zum Treffpunkt der Organisierten Rechtsradikalen, die mit großen Japanischen Flaggen durch den Palast gehen. Mit alten Kampfliedern die 'imperiale Größe Japans' beschwörend, geben sie ihrer Sicht von der "natürlichen Vormachtsstellung Japans in Asien" deutlich Ausdruck. Andere japanische Besucher finden dieses Spektakel häufig nur noch "urusai" - aufdringlich laut.

Das Palastgebäude ist nur beschränkt zugänglich. Vormittags muss beim Kaiserlichen Haushaltsamt - unter Vorlage des Reisepasses - eine Besichtigungsgenehmigung beantragt werden, mindestens zwei Stunden vor dem gewünschten Besuchstermin.

Der Palasteingang und der umgebende Park liegen nahe der U-Bahn Station Maruta-machi.

* The Museum of Kyoto
Nahe der Oike-Station (sanjo-doori/takakura-michi, Zentrum Kyoto) wurde ein modernes Museum errichtet, das sehr anschaulich die Entwicklung Kyotos aufzeigt:
- Wie wurde ein Tempel errichtet?
- Wie baute man einen Schrein?
- Wie lebten die Samurais?
Zahlreiche Modelle vermitteln einen hervorragenden Eindruck vom Leben in Kyoto im Laufe der Jahrhunderte. Das Museum ist für Kinder gut geeignet, obwohl wie so soft gilt: Bitte nicht anfassen"

**Nishi-Hoganji-Tempel (Buddhismus)
Der Nishi-Hoganji ist der Hauptsitz der buddhistischen Sekte Jodoshin, der "Wahren Schule vom Reinen Land".

Die meisten Tempelgebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Tempel ist bekannt für seine schöne Haupthalle, in der die Schiebetüren mit Pfauen und Phönixen auf goldenem Hintergrund bemalt sind. Buddha-Statuen und Porträts des Prinzen Shotoku und des Priesters Honen sind sichtbar. Das große Eingangstor stammt aus dem Jahr 1645.

** Toji (Buddhismus)
Im Süden Kyotos, hinter dem Hauptbahnhof steht würdevoll der Toji-Tempel. Eine fünfstöckige Pagode ist das weithin sichtbare Wahrzeichen dieses 796 gegründeten Tempels. Nach Zerstörungen im 16. Jahrhundert wurde der Tempel aufwendig rekonstruiert und gehört heute zu den offiziellen Nationalschätzen Japans. Berühmt sind insbesondere seine Schatzhalle, die Haupthalle, die Pagode und das Renge-Tor.

Auf dem großen Tempelgelände findet jeden Monat (meist am 21.) im Schatten der 56 m hohen Pagode ein großer Secondhand-Markt statt, der fröhlichen Jahrmarkt-Charakter hat. Religiöse Antiquitäten, alte Gebrauchsgegenstände, Kimonos und Seidenstoffe werden angeboten. Kioske bieten typische Speisen preiswert an. Es sind vor allem Privatleute, die hier ihre Waren ausbreiten. Auch alte Schwerter und Bögen sind zu bekommen. Bei der in Japan ansteigenden Scheidungsrate haben hier auch schon manche 'frisch Geschiedene' ihre ehemaligen Hochzeitskimonos weggegeben. Das freundliche Feilschen um den Preis ist bei Antiquitäten durchaus willkommen, denn es trägt ja zum Spaß am bunten Treiben bei.
Der Toji ist von westlichen Besuchern bisher erst wenig entdeckt worden.

**Fushimi-inari-Schrein (Shinto)
Er ist einer der berühmtesten Schreine Japans. Gewidmet der Göttin des Reisanbaus und ihrem Boten, dem Fuchs, sind vor allem die etwa 10.000 übermannshohen Tore aus rotlackierten Holz (Torii) überall in Japan bekannt.
Im Schrein, auf dem "Pfirsichhügel", befinden sich die Mausoleen des Meiji-Kaisers, der Kaiserin Shoken und des Generals Nogi.