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Themen
Aspekte der Stadtentwicklung

Als nach 1945 der Wiederaufbau der Stadt begann, erneuerte man Osaka nach amerikanischem Vorbild mit Beton und Stahl.

Der wirtschaftliche Neuanfang wurde buchstäblich in Beton gegossen: Viele massive Office-Gebäude entstanden entlang der Hauptstraßen, Wolkenkratzer wurden hochgezogen, Stadtautobahnen quer durch die Stadt gelegt. Viele Kanäle, Meeresarme und Nebenflüsse wurden verfüllt und überbaut. Das japanische Venedig, es wurde trockengelegt.

Im modernisierten Stadtzentrum Umeda dominieren heute riesige Untergrund-Shoppingmalls mit aufwendiger Innenarchitektur. Vogelstimmen kommen vom Tonband und große Bildschirm-Leinwände zeigen Informationen, Interviews und Wetterberichte ohne Unterlass.
Die Untergeschosse von Umeda sind ausgedehnte Restaurantparks, in denen sich Cafes, Gaststätten und Speiselokale aller Länder aneinander reihen. Noch viel tiefer im Untergrund fährt dann die recht berühmte Midosuji-U-Bahnlinie, die als Osakas zentrale Linie gilt. In wenigen Minuten erreicht man mit dieser Linie das Vergnügungsviertel Namba, in dem das National Bunraku Theater, die Sporthalle für Sumo und u. a. das immer noch recht beliebte Hard Rock Cafe zu finden sind.

Die vielen neuen Gesichter der Stadt Osaka können eindrucksvoll erlebt werden, wenn man sich die Zeit nimmt und mit der Osaka Loop Line (S-Bahn-Ring) innerhalb etwa einer Stunde einmal rund um die Stadt fährt. Was das Auge dabei an guten wie seltsamen Eindrücken aufnimmt, wird bald ein treffendes Gefühl dafür schaffen, wie schwierig es ist, einen so dicht besiedelten Lebensraum in der wirtschaftlichen und ökologischen Balance zu halten.

Osaka leidet an der weitgehend ungebremsten Kfz-Euphorie der japanischen Stadt- und Verkehrsplanung.
Der Platzbedarf für die vielen Kfz scheint zur Errichtung von Park-Hochhäusern zu zwingen - die oft unmittelbar neben den Hochhäusern für Menschen errichtet werden. Der entstehende architektonische Kontrast erscheint dem westlichen Betrachter frappierend - schlichte, fast schäbige Park-Hochhäuser neben den um Anerkennung wetteifernden Stahl-Glas-Betonfassaden der neuen Bürohochhäuser, erstellt von wohl nicht eben uneitlen Architekten...

Behutsamere Stadterneuerungsmaßnahmen finden sich seit Ende der 90er Jahre in den Randbezirken der Stadt. Die verbreitete Monotonie mancher Danchi (Wohnblocksiedlungen, Schlafstädte) wird inzwischen gelegentlich aufgebrochen durch urbanes Grün und mancherorts eine Schaffung kleinerer Fußgängerzonen - die allerdings meist Shoppingmall-Character haben...

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